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Normen und Vorschriften

Im Modul Normen & Vorschriften werden Normen, Gesetze, Verordnungen und weitere Regelwerke als Stammdaten erfasst und auf ein Set konkreter, prüfbarer Anforderungen heruntergebrochen. Diese Anforderungen lassen sich Artikeln als Vorgabe zuordnen und werden beim Anlegen einer Auftragsposition automatisch als geltender Anforderungssatz übernommen. So ist jederzeit nachvollziehbar, welche Anforderungen für einen konkreten Auftrag gelten und woher sie stammen.


Quellen erfassen

Eine Quelle ist der Ursprung einer oder mehrerer Anforderungen. Quellen werden im Modul Qualität → Normen & Vorschriften über Neu angelegt.

Feld Beschreibung
Art Norm, Gesetz, Verordnung, berufsständischer Standard oder interne Regel
Werksnorm Kennzeichnet eine Quelle, die immer gilt (siehe unten)
Bezeichnung Kennung der Quelle, z. B. „DIN EN ISO 4210-2"
Titel Ausformulierter Titel, z. B. „Sicherheitstechnische Anforderungen für Fahrräder"
Ausgabe Ausgabestand der Quelle, z. B. „2023-05"
Herausgeber Herausgebende Stelle, z. B. „ISO"

Der Katalog zeigt alle Normen und Vorschriften. Kunden- und artikelspezifische Anforderungen erscheinen nicht im Katalog, sondern werden direkt am Kunden bzw. Artikel gepflegt (siehe unten).

Wichtig: Eine als Werksnorm gekennzeichnete Quelle gilt automatisch für jeden Artikel und jede Auftragsposition. Sie muss nicht einzeln zugeordnet werden und kann an der Zuordnung auch nicht entfernt werden.


Anforderungen und Revisionen

Die Auslegung einer Quelle als Anforderungsliste wird versioniert — in Form von Revisionen. Damit bleibt nachvollziehbar, welche Fassung der Anforderungen zu welchem Zeitpunkt galt. In der Einzelansicht einer Quelle zeigt der Reiter Revisionen die Revisionen (oben) und die Anforderungen der ausgewählten Revision (unten).

Eine Revision durchläuft zwei Zustände: Entwurf und Freigegeben. Solange eine Revision im Entwurf ist, können ihre Anforderungen bearbeitet, ergänzt und archiviert werden. Mit Freigeben wird die Revision unveränderlich — freigegebene Revisionen sind die Basis für die Zuordnung an Artikel. Über Neue Revision entsteht ein neuer Entwurf, der die Anforderungen der Vorgängerrevision übernimmt und weiterentwickelt werden kann.

Jede Anforderung besteht aus einem Wortlaut (die lösungsneutrale Formulierung), einer optionalen Bezeichnung für Listen und einer Fundstelle (Referenz auf die Textstelle in der Quelle).


Kundenspezifische Anforderungen

Kunden stellen häufig eigene Anforderungen, die über die allgemeinen Normen hinausgehen. Diese werden am Kunden im Reiter Kundenspezifische Anforderungen gepflegt. Sie funktionieren wie die Anforderungen einer Quelle, sind aber dem jeweiligen Kunden zugeordnet und erscheinen nicht im allgemeinen Katalog.


Norm-Zuordnung und artikelspezifische Anforderungen am Artikel

Am Artikel legen zwei Reiter fest, welche Anforderungen für ihn gelten. Beide dienen als Vorbelegung für spätere Auftragspositionen.

Im Reiter Normen und Vorschriften werden dem Artikel freigegebene Revisionen von Normen zugeordnet. Über Zuordnen wird zunächst die Norm und anschließend die Revision der Anforderungsliste gewählt. Werksnormen erscheinen in dieser Liste zusätzlich, sind aber als solche gekennzeichnet und nicht entfernbar.

Im Reiter Artikelspezifische Anforderungen werden Anforderungen erfasst, die nur für diesen Artikel gelten. Jede dieser Anforderungen kann über eine Kunden-Filterliste selektiv für einen oder mehrere Kunden gelten. Bleibt die Filterliste leer, gilt die Anforderung für alle Kunden.


Anforderungen an der Auftragsposition

Beim Anlegen einer Auftragsposition wird der geltende Anforderungssatz automatisch zusammengestellt und als Kopie an der Position gespeichert. Der Reiter Anforderungen der Position zeigt diese Liste. Sie umfasst die Werksnormen, die dem Artikel zugeordneten Norm-Revisionen, die artikelspezifischen Anforderungen (sofern ihr Kundenfilter zum Auftragskunden passt) sowie die kundenspezifischen Anforderungen des Auftragskunden.

Jede Zeile führt ihre Herkunft (Werksnorm, Norm, artikelspezifisch oder kundenspezifisch) und den Kopierzeitpunkt mit. Da es sich um eine Kopie handelt, verändern spätere Anpassungen an Norm, Artikel oder Kunde eine bestehende Position nicht rückwirkend.

Die Liste wird automatisch neu aufgebaut, wenn der Artikel einer Position oder der Kunde des Auftrags gewechselt wird. Über Anforderungen neu generieren kann sie jederzeit manuell auf den aktuellen Stand gebracht werden.