Prüfpläne
Prüfpläne definieren, welche Qualitätsmerkmale mit welchen Methoden und Toleranzen geprüft werden. Sie bilden die Grundlage für die automatische oder manuelle Erstellung von Prüfaufträgen.
Ein Prüfplan beschreibt einen Prüfprozess vollständig. Unterschiedliche Prüfprozesse sind deshalb unterschiedliche Prüfpläne — eine Erstteilprüfung nach dem Rüsten und eine laufende Prüfung während der Fertigung umfassen in der Regel nicht dieselben Merkmale.
Prüfplan anlegen
Ein neuer Prüfplan wird im Modul QM → Prüfpläne über Neu angelegt.
| Feld | Beschreibung |
|---|---|
| Bezeichnung | Name des Prüfplans, z. B. „Stabmaterial 40mm" |
| Werk | Werk, für das der Prüfplan gilt |
| Prüfplangruppe | Optionale Gruppierung, z. B. „Wareneingang" oder „Produktion" |
| Zustand | Aktiv oder Inaktiv |
| Prüfbar nach | Wartezeit in Stunden, bevor die Prüfung durchgeführt werden kann |
| Probenziehungsverfahren | Optionale Zuordnung eines Probenziehungsverfahrens — wird eines hinterlegt, werden bei Erstellung eines Prüfauftrags automatisch Proben erzeugt (siehe Probenmanagement) |
Benennung
Die Prüfart wird nicht als eigenes Feld geführt — sie steckt im Prüfplan und in seiner Bezeichnung. Prüfpläne werden deshalb nach dem Schema Prüfart + Prüfgegenstand benannt, zum Beispiel „Erstteilprüfung Extrusion Gewicht", „Laufende Prüfung Schweißnaht" oder „Wareneingangsprüfung Drahtdurchmesser".
Diese Benennung ist die einzige Stelle, an der die Prüfart erkennbar ist. Sie erscheint im Prüfauftrag und auf dem Ausdruck und ist damit das, woran der Werker die richtige Prüfung erkennt.
Prüfvorgänge
Jeder Prüfplan enthält eine oder mehrere Prüfvorgänge. Diese legen fest, was geprüft wird und wie die Ergebnisse zu bewerten sind.
| Feld | Beschreibung |
|---|---|
| Prüfmerkmal | Eigenschaft die geprüft wird, z. B. „Außendurchmesser", „Oberflächenbeschaffenheit" |
| Prüfstelle | Optionale Angabe, an welcher Stelle des Prüflings gemessen wird, z. B. „SP 01" oder „Bahnmitte" |
| Prüfmethode | Art der Prüfung, z. B. „Vermessung", „Sichtkontrolle" |
| Sollwert | Erwarteter Wert bei quantitativen Merkmalen |
| Untergrenze / Obergrenze | Zulässige Toleranz um den Sollwert |
| Einheit | Maßeinheit für Sollwert und Toleranzen, z. B. mm |
| Prüfmittelgruppe | Optionale Zuordnung der benötigten Prüfmittel. Die Gruppe beschreibt eine Fähigkeitsklasse; welche einzelnen Prüfmittel dazugehören, wird im Prüfmittelregister gepflegt |
| Freigaberelevanz | Bestimmt, ob das Ergebnis dieses Vorgangs für die Gesamtfreigabe relevant ist |
Dasselbe Merkmal an mehreren Prüfstellen
Ein Merkmal kann an mehreren Stellen desselben Prüflings gemessen werden — etwa die Nahtdicke an drei Schweißpunkten oder das Gewicht quer über die Bahnbreite. Dafür wird das Merkmal mehrfach in den Prüfplan aufgenommen, je Zeile mit einer anderen Prüfstelle.
Der Prüfauftrag nimmt dann je Zeile einen Messwert auf, und der Ausdruck weist die Prüfstelle zu jedem Messwert aus. Ohne die Angabe wären mehrere Messwerte zum gleichen Merkmal auf dem Nachweis nicht unterscheidbar.
Wo ein Prüfplan wirksam wird
Ein Prüfplan wird an drei Stellen zugeordnet. Die Zuordnung entscheidet, wann geprüft wird.
| Zuordnung | Gepflegt in | Auslöser |
|---|---|---|
| Wareneingangsprüfung | Modul Artikel, Reiter QS |
Beim Buchen eines Wareneingangs entsteht automatisch ein Prüfauftrag |
| Endprüfung | Modul Artikel, Reiter QS |
Mit der ersten Mengenrückmeldung eines Produktionsauftrags entsteht automatisch ein Prüfauftrag |
| Arbeitsgang | Arbeitsplan des Artikels | Kein Automatismus — die Prüfung wird während der Fertigung ausgelöst (siehe Fertigungsbegleitende Prüfung) |
Wareneingangsprüfung und Endprüfung sind je Artikel einmal hinterlegbar und prüfen den Artikel als Ganzes. Am Arbeitsgang lassen sich dagegen mehrere Prüfpläne zuordnen, und ein Artikel kann an mehreren Arbeitsgängen geprüft werden.
Wichtig: Ist ein Artikel als prüfpflichtig markiert, muss zum auslösenden Ereignis ein Prüfplan mit freigegebener Revision hinterlegt sein — andernfalls lässt sich die Buchung nicht abschließen.