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Produktkostenkalkulation

Die Produktkostenkalkulation ermittelt die Herstellkosten eines Fertigartikels auf Basis von Materialkosten, Fertigungskosten und Gemeinkostenzuschlägen. Die zugehörigen Module befinden sich unter Finanzen.

Derselbe Rechenweg lässt sich direkt an einer Angebotsposition auslösen, um deren Preis zu ermitteln — siehe Positionspreis kalkulieren.

Kalkulationsschema

Ein Kalkulationsschema definiert die Berechnungsstruktur als Abfolge von Schritten. Es wird einmal erstellt und kann für beliebig viele Kalkulationen wiederverwendet werden.

Schritttypen

Typ Beschreibung
Material Materialkosten aus der Stückliste
Eigenleistung Fertigungskosten aus dem Arbeitsplan
Gemeinkostenzuschlag Prozentualer Zuschlag aus einer Gemeinkostengruppe
Verpackung Kosten der Verpackungseinheit
Zwischensumme Summe aller bisherigen Schritte
Summe Gesamtsumme
Prozentualer Zuschlag Prozentualer Aufschlag auf die bisherige Summe
Prozentualer Abzug Prozentualer Abzug von der bisherigen Summe
Absoluter Zu-/Abschlag Fester Betrag je Stück oder je eingesetzter Materialmenge, immer aus einem Kalkulationsparameter
Bonusvereinbarungen Erwarteter Bonus aus den Bonusvereinbarungen des kalkulierten Kunden — siehe Bonusvereinbarungen umlegen

Die Zeilen Prozentualer Zuschlag, Prozentualer Abzug und Absoluter Zu-/Abschlag können an einen Kalkulationsparameter gebunden werden. Eine prozentuale Zeile trägt entweder einen festen Prozentwert oder einen Parameter — nicht beides. Die Zuordnung erfolgt in den Kalkulationsschritten per Doppelklick in der Spalte Entität.

Rechenart prozentualer Zeilen

Eine prozentuale Zeile trägt neben dem Prozentsatz eine Rechenart. Sie bestimmt, worauf sich der Prozentsatz bezieht, und wird in den Kalkulationsschritten in der Spalte Rechenart gewählt.

Rechenart Der Prozentsatz bezieht sich auf Anwendungsfall
vom Hundert die Bezugsbasis interne Zuschläge — Gemeinkosten, Fertigung, Prämien
im Hundert das Ergebnis der Zeile Konditionen, die der Kunde später vom Endpreis abzieht — Bonus, Skonto, Provision

Der Unterschied wird sichtbar, sobald der Kunde die Kondition zieht. Bei einer Bezugsbasis von 100,00 € und einem Bonus von 5 %:

Rechenart Bonus Netto-Verkaufspreis Kunde zieht 5 % ab bleibt
vom Hundert 5,00 € 105,00 € −5,25 € 99,75 €
im Hundert 5,26 € 105,26 € −5,26 € 100,00 €

Nur „im Hundert" trägt den Abzug vollständig; der Ausgangswert bleibt erhalten. „vom Hundert" bemisst den Zuschlag zu niedrig — die Differenz geht der Marge verloren.

Jede Zeile rechnet für sich. Stehen mehrere Zeilen mit „im Hundert" auf derselben Bezugsbasis, wird jede einzeln gerechnet und nicht zu einer Gruppe zusammengefasst. So bleibt jede Zeile für sich nachrechenbar. Eine Ausnahme bilden die Bonuszeilen einer Schemazeile Bonusvereinbarungen: Sie rechnen gemeinsam — siehe Bonusvereinbarungen umlegen.

Die Rechenart ist nur auf prozentualen Zeilen belegt; bei allen anderen Schritttypen bleibt die Spalte leer. Bestehende Schemata rechnen unverändert „vom Hundert".

Wichtig: Ein Prozentsatz von 100 % oder mehr lässt sich beim Prozentualen Zuschlag nicht „im Hundert" rechnen — der Bezugswert wäre null oder negativ. Prosoft lehnt das mit einer Meldung ab, die die betroffene Zeile und den Prozentsatz nennt. Beim Prozentualen Abzug gilt diese Grenze nicht.

Gemeinkosten

Gemeinkosten werden in Gemeinkostengruppen organisiert. Jede Gruppe enthält eine oder mehrere Gemeinkostenarten mit einem prozentualen Zuschlagssatz und einem Gültigkeitsdatum.

Beispiel: Die Gemeinkostengruppe „Fertigung" enthält die Zuschläge „Maschineneinsatz" (150 %), „Energie" (80 %) und „Verwaltung" (50 %).

Kalkulationsparameter

Ein Kalkulationsparameter ist ein benannter Wert, der in einer Schemazeile wirkt — etwa eine Kundenmarge oder eine Handlingpauschale. Gepflegt werden Parameter im Modul Kalkulationsparameter.

Jeder Parameter hat eine Wirkung und eine Bezugsdimension:

Eigenschaft Ausprägungen
Wirkung Prozentual, absolut je Stück, absolut je Materialmenge
Bezugsdimension Kunde, Artikel

Die Wirkung absolut je Materialmenge bezieht den Zuschlag auf das eingesetzte Rohstoffgewicht statt auf die kalkulierte Stückzahl — gedacht für Metallzuschläge, die im Einkauf je Gewichtseinheit notiert werden. Ein solcher Parameter trägt zusätzlich eine Bezugsmenge, etwa 100 kg: Der Wert 60 ist dann als „60,00 EUR je 100 kg" zu lesen. Bezugsmenge, Wirkung und Bezugsdimension sind nach dem Anlegen nicht mehr änderbar, weil bereits erfasste Werte sonst ihre Bedeutung verlören.

Der Wert wird bei dieser Wirkung am Rohstoff gepflegt, nicht am Fertigartikel — der Zuschlag ist eine Eigenschaft des eingesetzten Materials und gilt damit für jedes Erzeugnis, das es verbraucht. Als Bezugsdimension ist deshalb nur Artikel zulässig.

Die eigentlichen Werte werden je Parameter auf mehreren Ebenen hinterlegt und stets mit einem Gültigkeitsbeginn:

Ebene Bedeutung
Standard Gilt, wenn keine spezifischere Ebene greift
Kundengruppe bzw. Artikelgruppe Gilt für alle Mitglieder der Gruppe
Kunde bzw. Artikel Gilt für genau diesen Kunden bzw. Artikel

Beim Kalkulieren wird von der spezifischsten zur allgemeinsten Ebene aufgelöst: Ein Wert am Kunden übersteuert den Wert seiner Kundengruppe, dieser den Standardwert. Maßgeblich ist der Stichtag der Kalkulation — es greift der zum Stichtag gültige Wert, ältere Werte bleiben als Historie erhalten.

Werte lassen sich zentral im Modul Kalkulationsparameter pflegen oder direkt am Kunden bzw. Artikel im zugehörigen Reiter.

Wichtig: Ist ein Kunde in mehreren Kundengruppen mit widersprüchlichen Werten, bricht die Kalkulation mit einer Meldung ab, statt einen der Werte willkürlich zu wählen.

Parameter und Werte über den Datenaustausch pflegen

Werte einzeln über die Oberfläche einzugeben ist bei der Einführung und bei einer Preisrunde aufwendig. Über Datenimport und Datenpflege stehen deshalb drei Importtypen bereit: Kalkulationsparameter, Kalkulationsparameter-Artikelwerte und Kalkulationsparameter-Kundenwerte. Der übliche Weg ist, den Bestand zu exportieren, ihn in Excel zu überarbeiten und die Datei zurückzuimportieren. Ein Datensatz, den es schon gibt, wird dabei aktualisiert statt doppelt angelegt.

Beim Import werden die fachlichen Voraussetzungen geprüft und im Fehlerfall benannt: Der referenzierte Parameter, Artikel, Kunde bzw. die referenzierte Gruppe muss existieren, der Wert muss zur Bezugsdimension seines Parameters passen — ein kundenbezogener Parameter nimmt keine Artikelwerte auf —, und die Ebene muss zum gefüllten Bezug passen. Fehlerhafte Zeilen werden abgewiesen, die übrigen eingelesen; nach der Korrektur lässt sich dieselbe Datei erneut einlesen.

Drei Dinge sind unveränderlich und werden beim Import abgewiesen, statt stillschweigend zu verfallen: Wirkung, Bezugsdimension und Bezugsmenge eines bestehenden Parameters. Bereits erfasste Werte verlören sonst ihre Bedeutung.

Wichtig: Der Parameter wird in allen drei Importtypen über seine Bezeichnung angesprochen. Eine Umbenennung ist über den Datenaustausch deshalb nicht möglich — eine geänderte Bezeichnung legt einen neuen Parameter an. Umbenannt wird im Modul Kalkulationsparameter.

Bewertungsvarianten

Eine Bewertungsvariante legt fest, mit welchen Preisen die Materialkosten bewertet werden:

Preisquelle Beschreibung
Standardpreis Fester Standardpreis aus dem Artikelstamm
Kostenpreis Durchschnittlicher Einstandspreis
Gleitender Durchschnitt Gewichteter Durchschnitt über einen definierten Zeitraum
Planpreis Interner Planungspreis
Börsennotierung Tagesaktuelle Metallnotierung (z. B. Kupfer, Aluminium) aus einer Notierungsquelle

Materialbewertung über Börsennotierung

Mit der Preisquelle Börsennotierung folgt der Metallanteil einer Position der tagesaktuellen Börsennotierung statt einem fest hinterlegten Preis. In der Bewertungsvariante wird dazu einer Kalkulationsgruppe der Quellpreis „Börsennotierung" zugeordnet — damit ist festgelegt, dass über eine Notierung bewertet wird, noch nicht welche Quelle. Es empfiehlt sich, die notierungsbewerteten Rohstoffe je Metall in eigene Kalkulationsgruppen zu trennen.

Die konkrete Notierungsquelle wird beim Kalkulieren gewählt — sowohl in der Einzelkalkulation als auch im Kalkulationslauf. Enthält die gewählte Bewertungsvariante notierungsbewertete Kalkulationsgruppen, erscheint der Bereich Notierungsquellen, in dem jeder betroffenen Gruppe eine Quelle zugeordnet wird. Es gibt bewusst keine Vorbelegung, sodass derselbe Artikel versuchsweise gegen verschiedene Notierungen gerechnet werden kann.

Der Positionswert ergibt sich aus dem Notierungswert geteilt durch die Bezugsmenge der Quelle, multipliziert mit der Menge aus der Stückliste. Weicht die Einheit der Stücklistenmenge von der Bezugsmenge der Notierung ab (z. B. Kilogramm gegenüber Tonne), greift die hinterlegte Einheiten-Umrechnung. Über den Stichtag der Kalkulation wird bestimmt, welcher Wert aus der Kurszeitreihe herangezogen wird; ohne Stichtag gilt das aktuelle Datum.

Wichtig: Ist einer notierungsbewerteten Kalkulationsgruppe keine Quelle zugeordnet oder fehlt eine passende Einheiten-Umrechnung, bricht die Kalkulation mit einer Meldung ab, statt einen falschen Wert zu berechnen.

Kalkulation durchführen

Im Modul Berechnungen wird eine Kalkulation für einen konkreten Artikel durchgeführt:

  1. Artikel und Kalkulationsmenge auswählen
  2. Kalkulationsschema, Gemeinkostengruppe und Bewertungsvariante festlegen
  3. Optional: Stückliste, Arbeitsplan und Verpackungseinheit auswählen
  4. Kalkulation starten

Prosoft löst die Stückliste auf, bewertet die Materialien mit der gewählten Preisquelle, berechnet Fertigungskosten aus dem Arbeitsplan und addiert die Gemeinkostenzuschläge gemäß Schema.

Preiszusammensetzung für einen Kunden

In der Einzelkalkulation kann zusätzlich ein Kunde angegeben werden. Dann lösen die parametergebundenen Schemazeilen mit dem Wert dieses Kunden auf — das Ergebnis zeigt, wie sich sein Preis zusammensetzt. Bleibt das Feld leer, entsteht eine kundenneutrale Kalkulation.

Aus einer Kalkulation lassen sich zwei Arten von Preisen ableiten:

Schaltfläche Ergebnis
Preisfortschreibung Allgemeine Preise des Artikels (Standardpreis, Planpreis) — ohne Kundenbezug
Verkaufskondition Eine Verkaufskondition, die den Kundenkontext der Kalkulation übernimmt

Die Verkaufskondition erbt dabei den Kontext: Wurde ohne Kunden gerechnet, entsteht eine allgemeine Kondition, die für alle Kunden gilt. Wurde für einen Kunden oder eine Kundengruppe gerechnet, gilt die Kondition genau für diesen Kontext — mit dem für ihn ermittelten Preis.

Wichtig: Die Preisfortschreibung schreibt Preise, die für alle Kunden gelten. Stammt der Wert aus einer kundenbezogenen Kalkulation, erscheint deshalb eine Rückfrage.

Umgekehrt lässt sich von einer Verkaufskondition aus die zugrunde liegende Kalkulation öffnen: In den Verkaufs-Konditionen führt die Spalte Kalkulation direkt zur gespeicherten Preiszusammensetzung. So ist nachvollziehbar, wie ein Kundenpreis entstanden ist. Der zum Zeitpunkt der Kalkulation angewandte Parameterwert wird mitgespeichert und bleibt erhalten, auch wenn der Parameter später geändert wird.

Bonusvereinbarungen umlegen

Wird für einen Kunden kalkuliert, der an Bonusvereinbarungen teilnimmt, soll der später ausgezahlte Bonus bereits im Preis enthalten sein — sonst geht er zulasten der Marge. Die Schemazeile Bonusvereinbarungen übernimmt das: Sie ermittelt beim Kalkulieren selbst, welche Vereinbarungen für den Kunden gelten, und rechnet den erwarteten Bonus ein.

Einrichtung

Die Zeile wird in den Kalkulationsschritten über Kalkulationsschritt › Bonusvereinbarungen eingefügt; abgefragt wird nur die Bezeichnung. Sie trägt weder einen Wert noch eine Rechenart — die eigentlichen Zeilen entstehen erst beim Kalkulieren. Empfohlen ist, sie direkt vor die Summe des Verkaufspreises zu setzen, unter eine Summe, die den Preis vor Bonus ausweist. Über der Zeile muss mindestens eine solche Position stehen; sie ist die Bezugsbasis der Boni.

Was in die Kalkulation eingeht

Berücksichtigt werden alle Bonusvereinbarungen, bei denen der kalkulierte Kunde zum Stichtag der Kalkulation Teilnehmer ist. Maßgeblich ist die Teilnahme, nicht der Empfang der Gutschrift: Ein Zentralregulierer, der die Gutschrift erhält, aber selbst nicht einkauft, bekommt keine Bonuszeilen. Vereinbarungen außerhalb ihrer Laufzeit, Teilnahmen außerhalb ihres Zeitraums und archivierte Einträge bleiben außen vor, ebenso Vereinbarungen in einer anderen Währung als der Kalkulationswährung.

Aus jeder zutreffenden Vergütungszeile entsteht eine eigene Zeile im Ergebnis, benannt nach Nummer und Bezeichnung der Vereinbarung sowie der Vergütungszeile. Zutreffend ist eine Vergütungszeile, wenn ihr Warenbereich den kalkulierten Artikel einschließt und kein Ausschluss greift; eine Vergütungszeile ohne Warenbereich gilt für alle Artikel. Die Entscheidung folgt derselben Regel wie die Bonusabrechnung.

Angesetzt wird der Satz der höchsten Staffelstufe. Welche Stufe der Kunde tatsächlich erreicht, steht erst am Ende der Abrechnungsperiode fest; mit der höchsten Stufe trägt der Preis den Bonus in jedem Fall.

Berechnungsart der Vergütungszeile Wirkung in der Kalkulation
Prozentsatz Zuschlag „im Hundert" auf die Bezugsbasis
Betrag je Einheit Über die Staffelbasis auf ein Stück umgerechnet — bei Gewicht über das Artikelgewicht
Fixbetrag Zeile mit 0,00 € je Stück; der Fixbetrag je Periode steht in der Bezeichnung

Die Prozentzeilen einer Bonusvereinbarungen-Zeile rechnen gemeinsam „im Hundert": Zieht der Kunde alle Boni vom Endpreis ab, bleibt genau die Bezugsbasis übrig. Bei einer Bezugsbasis von 621,00 € und Boni von 1 %, 1,5 % und 0,5 % ergeben sich 6,40 €, 9,60 € und 3,20 €; der Endpreis beträgt 640,20 €.

Ein Fixbetrag bezieht sich auf die ganze Abrechnungsperiode und hat keinen Stückbezug. Welcher Anteil davon auf ein Stück entfällt, hängt von der erwarteten Jahresmenge ab, die die Kalkulation nicht kennt — deshalb setzt der Kalkulator den Stückanteil selbst, indem er den Wert der Zeile überschreibt.

Die Bemessungsbasis der Vereinbarung (netto oder brutto) wird dabei nicht unterschieden; die Kalkulation rechnet durchgängig netto. Hat ein Artikel bei der Staffelbasis Gewicht kein Gewicht hinterlegt, entsteht die Zeile mit 0,00 € und dem Hinweis „ohne Artikelgewicht" — die Abrechnung vergütet diesen Artikel dann ebenfalls nicht.

Übersteuern und Sichtbarkeit

Jede Bonuszeile lässt sich für die einzelne Kalkulation überschreiben, genauso wie andere Zuschläge — der Wert, bei Prozentzeilen auch die Rechenart. Wird eine Prozentzeile auf „vom Hundert" gestellt, rechnet sie für sich und fällt aus der gemeinsamen Rechnung heraus. Die Bonusvereinbarung selbst bleibt dabei unverändert.

Ohne Kunden — in der kundenneutralen Kalkulation oder bei einem Kalkulationslauf nur für eine Kundengruppe — entstehen keine Bonuszeilen. Die Bonuszeilen sind Teil der normalen Kalkulationsansicht und erfordern keine gesonderte Berechtigung; die Pflege der Bonusvereinbarungen bleibt wie bisher berechtigungspflichtig.

Wichtig: Ergeben die „im Hundert" gerechneten Bonussätze einer Zeile zusammen 100 % oder mehr, oder steht über der Zeile keine Bezugsbasis, bricht die Kalkulation mit einer Meldung ab.

Kalkulationslauf

Der Kalkulationslauf kalkuliert mehrere Artikel in einem Durchgang mit derselben Konfiguration. Die Artikel werden über Artikel- und Produktgruppen ausgewählt; zusätzlich lässt sich ein Kundenkontext setzen — entweder ein Kunde oder eine Kundengruppe.

Das Kalkulieren selbst schreibt keine Preise; es kann beliebig oft wiederholt werden. Preise entstehen erst über die Schaltflächen Preisfortschreibung, Verkaufskondition oder Preisliste. Die erzeugten Verkaufskonditionen übernehmen den Kundenkontext des Laufs.

Wird eine Verkaufskondition zum selben Artikel, Kontext und Gültigkeitsbeginn erneut geschrieben, ersetzt sie die zuvor vom Lauf erzeugte. Ein anderer Gültigkeitsbeginn legt dagegen eine neue Kondition an, sodass eine Preishistorie entsteht. Manuell gepflegte Konditionen bleiben dabei immer unangetastet.

Über Artikel entfernen in der Aktionsspalte wird ein Artikel samt all seinen Zeilen aus dem Ergebnis genommen — etwa wenn seine Kalkulation einen Fehler meldet. Solange eine Zeile einen Fehler trägt, speichert keine der Schaltflächen etwas.

Stufenpreise kalkulieren

Für Artikel, denen ein Material zugeordnet ist, erzeugt der Lauf Stufenpreise: Er kalkuliert den Artikel einmal je Stufe eines Stufenfensters um die Standardstufe der Linie. Artikel ohne Material rechnet der Lauf wie bisher mit einer Zeile ohne Stufe.

Das Feld Stufenfenster in den Einstellungen gibt an, über wie viele Stufen gerechnet wird; vorbelegt ist 12, das Minimum ist 1. Die Zahl wird je Linie um deren Standardstufe halbiert, eine ungerade Reststufe geht nach oben:

Standardstufe Stufenfenster Gerechnete Stufen
23 12 17 bis 29
23 11 18 bis 29
37 (Linie bis Stufe 40) 12 31 bis 40

Am Rand des Stufenbereichs wird abgeschnitten. Enthält ein Lauf Artikel verschiedener Materialien, hat jede Linie ihr eigenes Fenster. Maßgeblich sind die gültige Linie und ihre Standardstufe zum Zeitpunkt des Kalkulierens — auch wenn die Preisliste erst später gilt.

Im Ergebnis steht je Artikel und Stufe eine eigene Zeile mit Linie und Stufe. Wird in einer Zeile die Menge, Stückliste, Arbeitsplan oder Verpackungseinheit geändert, gilt das beim nächsten Kalkulieren für alle Stufen des Artikels. Einzelne Stufen lassen sich nicht entfernen, nur der ganze Artikel.

Bewertung je Stufe. Eine Stücklistenposition, deren Artikel dasselbe Material trägt und deren Kalkulationsgruppe in der Bewertungsvariante auf Börsennotierung steht, wird mit dem Rechenwert der Stufe bewertet statt mit dem Kurs einer Notierungsquelle. Währung und Bezugsmenge kommen von der Linie; die Umrechnung auf die Menge der Position erfolgt wie bei der Materialbewertung über Börsennotierung. Eine solche Position aus einem anderen Material wird mit dem Rechenwert der Standardstufe ihrer eigenen Linie bewertet. Alle übrigen Positionen werden bewertet wie bisher. Eine Notierungsquelle ist nur noch für notierungsbewertete Positionen ohne Material nötig.

Ein Artikel mit Material, dessen Stückliste keine so bewertete Position enthält, erhält auf jeder Stufe denselben Preis.

Wichtig: Hat die gültige Linie eines Materials noch keine Stufen oder keine Standardstufe — so startet eine neu angelegte Linie —, erscheint der Artikel als Fehlerzeile mit Meldung. Das gilt ebenso für die Linie eines fremden Materials in der Stückliste.

Ergebnis als Preisliste speichern

Preisliste legt eine neue Preisliste mit Bezeichnung, Kunde und Gültigkeit an. Je Artikel mit Material und Stufe entsteht eine Stufenposition mit der Linie und Stufe aus dem Lauf, für Artikel ohne Material eine Position ohne Stufe. Ein Standard- oder Planpreis wird dabei nicht geschrieben. Hat das Material seit dem Kalkulieren eine andere gültige Linie bekommen, wird nichts angelegt; dann neu kalkulieren.

Gilt für den Kunden oder eine seiner Kundengruppen bereits eine Preisliste mit Stufenpreisen, fragt Prosoft vor dem Anlegen nach. Die neue Liste verdeckt die bestehende — Stufen außerhalb des neuen Fensters haben dann keinen Preis mehr. Angelegt werden kann trotzdem.

Von jeder Position der Preisliste, die aus einem Lauf stammt, führt Kalkulation öffnen in der Aktionsspalte zur zugehörigen Kalkulation. Dort zeigt der Bereich Stufenbewertung, mit welcher Linie, welcher Stufe und welchem Rechenwert gerechnet wurde — bei einer Position aus fremdem Material mit deren Linie und Standardstufe. Ein Hinweis weist darauf hin, dass die Kalkulation aus einem Lauf stammt. Wird sie dort erneut kalkuliert, rechnet sie mit dem Tageskurs der Notierungsquelle; die Stufenbewertung entfällt dann.

Preisfortschreibung und Verkaufskondition bei Artikeln mit Material

Preisfortschreibung schreibt für einen Artikel mit Material nur den Preis der Standardstufe fort — mehrere Preise mit demselben Gültigkeitsbeginn würden andere Kalkulationen, die den Artikel als Rohstoff verwenden, unbestimmt machen.

Verkaufskondition überspringt Artikel mit Material, weil für sie keine Verkaufskondition gelten kann (siehe Stufenpreise). Die übrigen Artikel werden geschrieben, und eine Meldung nennt die übersprungenen. Ebenso weist die Einzelkalkulation das Schreiben einer Verkaufskondition für einen Artikel mit Material ab.

Ergebnis

Das Kalkulationsergebnis gliedert sich in:

  • Materialkosten — aufgeschlüsselt nach Stücklistenpositionen; eine Position mit eigener Stückliste lässt sich weiter aufklappen, bis zur untersten Ebene
  • Fertigungskosten — aufgeschlüsselt nach Arbeitsplänen und deren Arbeitsgängen
  • Gemeinkostenzuschläge — aufgeschlüsselt nach Gemeinkostenarten
  • Verpackungskosten — aus der Verpackungseinheit
  • Gesamtkosten — Summe aller Kostenbestandteile
  • Stückpreis — Gesamtkosten geteilt durch Kalkulationsmenge

Über die Anzeige Gesamt bzw. Pro Stück wird umgeschaltet, ob die Werte für die gesamte Menge oder je Einheit dargestellt werden. Zusätzliche Vergleichsmengen zeigen dieselbe Kalkulation für andere Losgrößen nebeneinander — sichtbar wird dadurch etwa, wie sich Rüstkosten mit steigender Menge auf das Stück verteilen.

Rechenart je Kalkulation ändern

Im Kalkulationsergebnis lässt sich die Rechenart einer prozentualen Zeile für diese eine Kalkulation abweichend vom Schema setzen — genauso wie der Zuschlagswert selbst. Das Kalkulationsschema bleibt dabei unverändert; die Änderung gilt nur für den Vorgang, in dem sie vorgenommen wurde.

Eine so geänderte Zeile wird hervorgehoben, und der Tooltip nennt die Rechenart, die ohne den Eingriff gegolten hätte. Wird die Rechenart auf den Stand des Schemas zurückgestellt, verschwindet die Hervorhebung wieder. Die angewandte Rechenart wird mit der Kalkulation gespeichert und bleibt damit auch an einer später aufgerufenen Kalkulation nachvollziehbar.

Dasselbe ist im Kalkulationsdialog einer Angebotsposition möglich. Der Kalkulationslauf rechnet dagegen immer mit dem Stand des Schemas — er weist die angewandte Rechenart nur aus.

Zuschläge je Materialmenge

Eine Schemazeile mit der Wirkung absolut je Materialmenge erzeugt im Ergebnis je beitragendem Rohstoff eine eigene Zeile, benannt nach Schemazeile und Rohstoff — etwa „Metallzuschlag — Kupferbarren". Jede Zeile zeigt die eingesetzte Menge, den Wert je Bezugsmenge und ihren Betragsanteil und lässt sich einzeln für diese Kalkulation überschreiben, ohne die Zeilen der anderen Rohstoffe zu verändern.

Berücksichtigt wird das Material aller Stücklistenebenen; abweichende Gewichtseinheiten werden über die gepflegte Einheitenumrechnung auf die Bezugsmenge umgerechnet. Kuppelprodukte tragen keinen Zuschlag — sie sind Ausgangs- und nicht Einsatzstoff.

Wichtig: Ist für einen Rohstoff zum Stichtag kein Wert auflösbar — weder am Artikel, noch über seine Artikelgruppe, noch als Standardwert — bricht die Kalkulation mit einer Meldung ab und benennt den betroffenen Rohstoff. Entweder wird ein Wert gepflegt, oder das Schema passt nicht zu diesem Artikel. Dasselbe gilt, wenn die Menge nicht in die Einheit der Bezugsmenge umgerechnet werden kann.

Fertigung mehrstufiger Erzeugnisse

Wird die Stückliste aufgelöst, trägt jede aufgelöste Baugruppe ihre eigene Fertigung — die Fertigungskosten enthalten also auch die Arbeitsgänge der Unterbaugruppen, nicht nur die des Endprodukts. Eine Position, die stattdessen mit ihrem Preis bewertet wird, bringt keine zusätzlichen Fertigungskosten mit: ihr Preis enthält die Fertigung bereits. Dadurch wird nichts doppelt gezählt.

Wichtig: Bei mehrstufig gefertigten Artikeln können die ausgewiesenen Fertigungskosten dadurch höher sein als in früheren Programmständen, in denen nur die Arbeitsgänge des Endprodukts berücksichtigt wurden. Bereits gespeicherte Kalkulationen bleiben unverändert; die Änderung wirkt ab der nächsten Kalkulation.