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Freigabe und Änderungsschutz

Stückliste und Arbeitsplan können einen Freigabezustand führen. Ein freigegebener Stand ist gegen Änderung geschützt: Wer ihn ändern will, legt eine Entwurfskopie an, die den Weg über Prüfung und Freigabe erneut geht. So bleibt nachvollziehbar, auf welcher geprüften Grundlage gefertigt wurde.

Die Mechanik ist für alle Artikel verfügbar und muss nicht genutzt werden. Ein Stand, der nie vorgelegt wurde, steht auf „Ohne Freigabe" und verhält sich wie bisher.

Die Zustände

Zustand Bedeutung Bearbeitbar Fertigbar
Ohne Freigabe Ausgangszustand für Bestand und Neuanlagen ja ja
Entwurf In Arbeit oder aus der Prüfung zurückgewiesen ja nein
In Prüfung Zur Freigabe vorgelegt nein nein
Freigegeben Geprüft und freigegeben nein ja
Entwertet Zurückgezogen, gilt nicht mehr nein nein

Wichtig: Ein Stand im Entwurf oder in Prüfung ist nicht fertigbar — unabhängig davon, ob der Artikel als freigabepflichtig gekennzeichnet ist. Wer die Freigabe an einem Stand einmal begonnen hat, muss sie also abschließen, bevor auf dieser Grundlage wieder gefertigt werden kann.

Der Ablauf

Ein Stand wird über Vorlegen zur Prüfung gegeben. Danach ist er gesperrt und kann nur noch freigegeben oder abgelehnt werden. Eine Ablehnung verlangt eine Begründung; sie bleibt am Stand lesbar und wird mit der nächsten Freigabe geleert. Ein abgelehnter Stand fällt zurück auf Entwurf und ist wieder bearbeitbar.

Freigeben, Ablehnen und Entwerten setzen die Berechtigung „Fertigungsfreigabe" voraus. Das Vorlegen nicht — wer den Stand pflegen darf, darf auch melden, dass er fertig ist.

Mehrere freigegebene Stände eines Artikels dürfen gleichzeitig gültig sein. Eine Freigabe entwertet von sich aus keinen anderen Stand; beim Freigeben lässt sich optional genau ein anderer freigegebener Stand desselben Artikels mit entwerten.

Einen freigegebenen Stand ändern

Ein freigegebener Stand lässt sich nicht mehr ändern und nicht löschen. Der Weg zur Änderung ist Entwurfskopie: Sie legt eine bearbeitbare Kopie im Entwurf an, während der freigegebene Stand unverändert bestehen bleibt. Die Kopie startet ohne Vorgeschichte — sie übernimmt weder die Nachweise noch eine Ablehnungsbegründung und ist nie der Standard-Stand.

Beim Anlegen wird der Name der Kopie abgefragt. Er muss je Artikel eindeutig sein und lässt sich nach der Freigabe nicht mehr ändern.

Entwertete Stände

Ein entwerteter Stand ist zurückgezogen. Er fällt überall heraus: Er ist nicht mehr fertigbar, verliert sein Standard-Kennzeichen, steht in keiner Auswahl mehr zur Verfügung und kann nicht erneut zum Standard gemacht werden. Laufende Fertigungsaufträge bleiben davon unberührt — sie arbeiten auf ihren eigenen Kopien weiter.

In der Produktkalkulation gilt eine mildere Regel: Dort bleiben Entwürfe und vorgelegte Stände wählbar, damit vor der Freigabe vorkalkuliert werden kann. Nur entwertete Stände fallen auch hier heraus. Eine gespeicherte Kalkulation behält ihren Stand, auch wenn er später entwertet wurde — sie weist beim Öffnen darauf hin, damit die Zahlen für eine Prüfung nachvollziehbar bleiben.

Nachweise

Zu jedem Schritt hält Prosoft fest, wer ihn wann ausgeführt hat: vorgelegt, freigegeben und entwertet, jeweils mit Zeitpunkt und Benutzer. Bei der Stückliste stehen diese Angaben als Spalten im Modul Stücklisten. Beim Arbeitsplan erscheinen sie am Artikel im Reiter Arbeitsplan — der Freigabezustand steht dort hinter dem Namen in der Auswahl, die Nachweise erscheinen, wenn der Mauszeiger auf der Auswahl steht. Eine Ablehnungsbegründung wird darunter als eigene Zeile angezeigt.

Freigabepflichtige Artikel

Am Artikel lässt sich das Kennzeichen freigabepflichtig setzen. Für diesen Artikel ist dann nur noch ein freigegebener Stand fertigbar — ohne freigegebene Stückliste und ohne freigegebenen Arbeitsplan entsteht kein Fertigungsauftrag mehr. Außerdem kann nur ein freigegebener Stand als Standard gesetzt werden.

Wichtig: Das Kennzeichen wirkt nach vorn. Vorhandene Stände werden dadurch nicht automatisch freigegeben, und bereits laufende Fertigungsaufträge laufen unverändert weiter. Beim Setzen weist Prosoft darauf hin und nennt die Zahl der offenen Fertigungsaufträge des Artikels.

Auswirkung auf Fertigungsaufträge

Ein Fertigungsauftrag, der auf einem freigegebenen Stand entsteht, ist eine Momentaufnahme dieses Stands. Seine Struktur ist gesperrt: Positionen und Arbeitsschritte lassen sich nicht hinzufügen, löschen oder umstellen, und Faktor, Anteil und Verlust der Stücklistenpositionen sind nicht änderbar — sie bestimmen bei einer Mischung oder Rezeptur das Erzeugnis selbst. Auch ein Tausch von Stückliste oder Arbeitsplan ist an einem solchen Auftrag nicht möglich.

Änderbar bleibt alles, was die Fertigung braucht: Auftragsmenge und Termine, die daraus gerechneten Bedarfsmengen, Lagerplätze, Vorgabezeiten sowie sämtliche Rückmeldungen.

Ein strukturgesperrter Auftrag lässt sich weiterhin als Ganzes verwerfen. Wurde der falsche Stand gewählt, ist das der Weg: Auftrag löschen und mit dem richtigen Stand neu anlegen.

Siehe auch Stücklisten und Fertigungsaufträge.