EPLAN-Stücklistenimport
In der Elektrokonstruktion entsteht der Elektro-Anteil einer Maschine parallel zur Mechanik in EPLAN. Der EPLAN-Stücklistenimport übernimmt dieses Material in die Auftragsstückliste der zugehörigen Auftragsposition — wiederholbar und ohne die Positionen anzufassen, die aus dem Mechanik-CAD oder von Hand stammen.
Der Elektro-Konstrukteur legt dabei selbst fest, unter welche Stücklistenposition sein Material gehört. Prosoft hängt es dort als eigenen Ast ein.
Voraussetzungen
Bevor eine Stücklistendatei verarbeitet werden kann, müssen zwei Dinge vorliegen:
Die Artikel müssen in prosoft existieren. Der EPLAN-Artikelabgleich legt die Betriebsmittel als Artikel an und meldet die prosoft-Artikelnummer nach EPLAN zurück. Läuft er nicht oder nicht vollständig, findet der Stücklistenimport die Artikel nicht und weist die Datei ab.
Die Zielposition muss angelegt sein. Der Import erzeugt keine Auftragsposition und keine Stücklistenposition, unter der er einhängen könnte — Vertrieb oder Arbeitsvorbereitung legen die Auftragsstückliste und die Position vorher an.
Einrichtung
Die Vorgaben stehen in der Systemkonfiguration im Reiter EPLAN unter Stücklistenimport:
| Vorgabe | Bedeutung |
|---|---|
| Eingangsverzeichnis | Verzeichnis, in dem EPLAN seine Stücklistendateien ablegt. Verarbeitete Dateien wandern in den Unterordner _processed. |
| Empfängerkreis | Wer über das Laufergebnis und über abgewiesene Dateien benachrichtigt wird — in der Regel die Arbeitsvorbereitung. |
Das Verzeichnis ist bewusst ein anderes als beim Artikelabgleich: Es werden unterschiedliche Dateitypen verarbeitet, und die Meldungen gehen an einen anderen Adressatenkreis.
Der Import selbst läuft als geplante Aufgabe EPLAN-Stückliste importieren. Sie kann in der Aufgabenplanung terminiert und dort auch von Hand ausgelöst werden.
Was der Konstrukteur in EPLAN einträgt
Die Zuordnung wird in EPLAN gepflegt, nicht in prosoft. Der Konstrukteur trägt in dem Feld, das der Export als externe Gruppe ausgibt, die interne Nummer der Ziel-Stücklistenposition ein.
Diese Nummer steht in der Auftragsstückliste im Reiter Positionen in der Spalte ID. Sie lässt sich über das Kontextmenü der Zelle kopieren.
Wichtig: Gemeint ist nicht die Positionsnummer aus der Spalte Pos. (also nicht 1, 1.1, 1.2). Die wird bei jeder Änderung an der Stückliste neu vergeben und würde nach dem nächsten Mechanik-Import auf ein anderes Bauteil zeigen. Die Nummer aus der Spalte ID bleibt dagegen an der Position, solange diese existiert.
Ein Vertipper in dieser Nummer findet in prosoft nichts und führt zu einer abgewiesenen Datei — anders als bei der Positionsnummer, wo ein Vertipper auf eine existierende, aber falsche Position zeigen könnte.
Was beim Import entsteht
Je Gruppe der Datei entsteht unter der genannten Zielposition eine Dummy-Baugruppe mit dem festen Namen EPLAN-Import; darunter hängen die Betriebsmittel als Materialpositionen. Die Menge wird aus der Datei übernommen, die Mengeneinheit kommt vom Artikel in prosoft.
Der eigene Ast hat zwei Zwecke: Er trennt Elektro- und Mechanikmaterial sichtbar, und er grenzt ab, wofür der Import zuständig ist.
Wichtig: Der Name EPLAN-Import ist dem Import vorbehalten. Wird er von Hand für eine Baugruppe vergeben, weist prosoft das mit einer Meldung ab — sonst würde der Import diese Baugruppe für seine eigene halten und die darin ergänzten Positionen beim nächsten Lauf entfernen.
Die eingehängten Positionen entstehen im Status Entwurf. Die Freigabe und damit der Anstoß der Beschaffung bleiben bei der Arbeitsvorbereitung — der Konstrukteur löst mit seinem Export keine Bestellung aus. Wie üblich nimmt die Freigabe einer übergeordneten Baugruppe die darunterliegenden Entwurfspositionen mit; das gilt auch für den EPLAN-Ast.
Wiederholter Import
Exportiert der Konstrukteur einen neuen Stand derselben Gruppe, wird nichts doppelt angelegt. Prosoft erkennt eine bestehende Position an ihrem Artikel wieder und schreibt die Menge fort. Positionen, die im neuen Stand nicht mehr vorkommen, werden nachgezogen: Entwurfspositionen verschwinden, freigegebene werden als entfallen markiert und erzeugen — sofern sie schon bestellt oder in Fertigung sind — einen Änderungshinweis.
Dieser Abgleich findet ausschließlich innerhalb der eigenen Dummy-Baugruppe statt. Material aus dem Mechanik-CAD und von Hand ergänzte Positionen außerhalb dieses Astes bleiben unberührt, auch wenn sie in der EPLAN-Datei nicht vorkommen.
Abgewiesene Dateien
Eine Datei wird immer vollständig oder überhaupt nicht verarbeitet. Lässt sich auch nur eine Gruppe nicht auflösen, entsteht keine einzige Position. Grund: Eine halb eingehängte Stückliste sieht vollständig aus und läuft so in die Beschaffung.
Abgewiesen wird eine Datei in diesen Fällen:
| Fall | Was zu tun ist |
|---|---|
| Die genannte Zielposition existiert nicht | Nummer in EPLAN prüfen, oder die Position in prosoft anlegen |
| Die Zielposition ist entfallen | Eine gültige Zielposition in EPLAN eintragen |
| Die Zielposition ist eine Materialposition | Eine Baugruppe als Ziel wählen — unter Material liegen keine weiteren Positionen |
| Zu einer Artikelnummer gibt es keinen Artikel | Artikelabgleich laufen lassen; die betroffenen Nummern stehen in der Meldung |
| Zwei Gruppen nennen dieselbe Zielposition | Die Gruppen in EPLAN auf verschiedene Zielpositionen legen |
| Zwei Artikelzeilen einer Gruppe treffen denselben Artikel | Doppelte Zuordnung in EPLAN auflösen; Mengen werden nicht zusammengeführt |
| Die Datei nennt Zielpositionen aus verschiedenen Aufträgen | Je Auftrag eine eigene Datei exportieren |
| Eine Gruppe hat eine Gruppenmenge ungleich 1 | Mit der Elektrokonstruktion klären — die Bedeutung ist noch offen |
| Eine Artikelzeile hat keine verwertbare Menge | Menge in EPLAN ergänzen |
Eine abgewiesene Datei bleibt im Eingangsverzeichnis liegen und wird beim nächsten Lauf erneut versucht. Damit wirkt eine Korrektur in prosoft — etwa das Anlegen der fehlenden Zielposition — ohne einen neuen Export aus EPLAN. Der Empfängerkreis wird über jede abgewiesene Datei mit Angabe des Grundes benachrichtigt.
Was nicht übernommen wird
Aus der Stücklistendatei werden bewusst nur die Zielposition, die Artikelnummern und die Mengen ausgewertet. Nicht übernommen werden die Betriebsmittelkennzeichen, die Längenangabe bei Meterware, die Mengeneinheit aus der Datei (sie kommt aus dem Artikelstamm) und die Projektnummer — der Bezug zum Auftrag entsteht vollständig über die Nummer der Zielposition.