Systemarchitektur
Prosoft ist eine Client-Server-Anwendung. Sämtliche Verarbeitung findet serverseitig statt; die Arbeitsplätze greifen nie direkt auf die Datenbank zu. Diese Seite beschreibt die Komponenten einer Installation, ihre Kommunikationswege und die dafür erforderlichen Netzwerkfreigaben.
Sie richtet sich an IT-Administratoren und IT-Dienstleister, die eine Installation planen, absichern oder betreiben.
Überblick
graph TD
WPF["Prosoft-Client<br>Windows-Arbeitsplatz"]
BROWSER["Browser-Clients<br>Tablet, BDE, Zeiterfassung"]
subgraph SRV["Prosoft-Server"]
WSS["Workspace Server<br>nimmt alle Verbindungen an"]
subgraph INTERN["Vom Workspace Server gestartete Dienste, nur 127.0.0.1"]
WEBD["Webdienste"]
PAC["Admin Console"]
BE["Prosoft Backend"]
end
end
DB[("Microsoft SQL Server")]
UPD["service.mein-prosoft.de<br>Lizenzen und Updates"]
WPF -->|HTTPS 443| WSS
BROWSER -->|HTTPS 443| WSS
WSS --> WEBD
WSS --> PAC
WSS --> BE
WEBD --> BE
BE -->|TCP 1433| DB
WSS -->|HTTPS 443| UPD
Komponenten
| Komponente | Aufgabe |
|---|---|
| Prosoft-Client | Windows-Desktop-Anwendung am Arbeitsplatz. Kommuniziert über JSON-RPC, getunnelt über HTTPS. |
| Browser-Clients | Weboberflächen für Tablet-Nutzung, Betriebsdatenerfassung und Zeiterfassungsterminals. Benötigen keine Installation am Gerät. |
| Workspace Server | Der zentrale Dienst auf dem Prosoft-Server. Er nimmt alle eingehenden Verbindungen entgegen, startet die übrigen Dienste als eigene Prozesse und leitet die Anfragen an sie weiter. |
| Prosoft Backend | Der eigentliche Anwendungsdienst mit der gesamten Geschäftslogik. Einzige Komponente mit Zugriff auf die Datenbank. |
| Webdienste | Liefern die Oberflächen für die Browser-Clients aus und greifen dafür ihrerseits auf das Backend zu. |
| Admin Console | Serverseitige Verwaltungsoberfläche, siehe Prosoft Admin Console. |
| Microsoft SQL Server | Datenhaltung, siehe Systemanforderungen. |
Je Mandant und Umgebung startet der Workspace Server eigene Dienstinstanzen. Welche Mandanten und Umgebungen eine Installation hat, wird in der Admin Console konfiguriert.
Kommunikationswege
Der Workspace Server ist der einzige von außen erreichbare Bestandteil einer Prosoft-Installation. Sowohl der Windows-Client als auch die Browser-Clients sprechen ausschließlich mit ihm; ein direkter Zugriff vom Arbeitsplatz auf die Datenbank oder auf einen der übrigen Dienste findet nicht statt und ist auch nicht möglich.
Die vom Workspace Server gestarteten Dienste binden sich ausschließlich an die Loopback-Adresse 127.0.0.1. Sie sind damit nur auf dem Server selbst erreichbar und tauchen in keiner Firewall-Regel auf. Jeder Dienst erhält beim Start einen freien Port aus einem konfigurierbaren Bereich, standardmäßig 8001 bis 8099.
Nach außen kommuniziert allein der Workspace Server, und zwar mit https://service.mein-prosoft.de. Über diese Verbindung laufen die Lizenzprüfung und der Bezug neuer Programmversionen; sie ist für den Betrieb zwingend erforderlich.
Wichtig: Der Workspace Server benötigt seinen Port exklusiv. Ein IIS oder ein anderer Webserver darf auf demselben Port nicht betrieben werden. Prosoft bringt seine eigene Serverinfrastruktur mit und setzt keinen IIS voraus.
Kommunikationsmatrix
| Quelle | Ziel | Protokoll und Port | Zweck | Firewall-Freigabe |
|---|---|---|---|---|
| Windows-Arbeitsplatz | Prosoft-Server | TCP 443, HTTPS | Gesamte Anwendung | erforderlich |
| Tablet, BDE- und Zeiterfassungsgerät | Prosoft-Server | TCP 443, HTTPS | Weboberflächen | erforderlich |
| Prosoft-Server | service.mein-prosoft.de |
TCP 443, HTTPS, ausgehend | Lizenzprüfung und Updates | erforderlich |
| Prosoft Backend | Microsoft SQL Server | TCP 1433 | Datenbankzugriff | nur bei separatem Datenbankserver |
| Workspace Server | Prosoft-Dienste | TCP 8001 bis 8099 auf 127.0.0.1 |
Interne Weiterleitung | nicht erforderlich |
Von den Arbeitsplätzen zum Server wird damit genau eine Regel benötigt.
Datenbankserver
Der Microsoft SQL Server kann auf demselben Host wie der Prosoft-Server betrieben werden. In diesem Fall bleibt auch der Datenbankzugriff serverintern und erfordert keine Freigabe.
Wird der SQL Server auf eine eigene Maschine gelegt, ist die Verbindung vom Prosoft-Server dorthin auf TCP 1433 freizugeben. Nur das Prosoft Backend baut diese Verbindung auf.
Verschlüsselung und Zertifikat
Die Verbindung zwischen Arbeitsplatz und Server ist mit TLS verschlüsselt.
Bei On-Premise-Installationen stellt der Kunde das Zertifikat bereit. Es wird als PFX-Datei benötigt; das zugehörige Kennwort wird bei der Installation auf dem Server hinterlegt. Betreibt Prosoft die Installation in der Prosoft-Cloud, stellt Prosoft das Zertifikat.
Netzwerk und Latenz
Der Windows-Client tauscht mit dem Server ausschließlich JSON-RPC-Aufrufe über HTTPS aus und überträgt keine Oberflächeninhalte. Er ist dadurch unempfindlich gegenüber Latenz und kann an Außenstandorten oder im Homeoffice direkt über eine VPN-Verbindung betrieben werden. Ein Terminalserver ist dafür nicht erforderlich; der in den Systemanforderungen genannte Terminalserver-Betrieb ist eine zusätzliche Möglichkeit, keine Voraussetzung.
Für den Betrieb im lokalen Netz gelten die Bandbreitenempfehlungen der Systemanforderungen.