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Verpackungsgewichte

Verpackungseinheiten und Packstücke führen jeweils drei Gewichte: Eigengewicht, Inhaltsgewicht und Gesamtgewicht. Sie werden vom System berechnet und nicht eingegeben. Damit stehen die Angaben bereit, die Frachtpapiere, Zollanmeldungen und Logistiketiketten verlangen.

Die drei Gewichte

Alle drei Gewichte werden in Kilogramm geführt.

Gewicht Bedeutung Im Frachtwesen
Eigengewicht Gewicht der Verpackung selbst — Packmittel und alle Komponenten, jeweils mit ihrer Menge Tara
Inhaltsgewicht Gewicht der enthaltenen Ware Netto
Gesamtgewicht Eigengewicht plus Inhaltsgewicht Brutto

Der Unterschied zwischen Verpackungseinheit und Packstück liegt darin, was die Zahlen aussagen. Die Verpackungseinheit ist ein Stammdatum, ihre Gewichte sind Sollwerte einer voll befüllten Einheit — brauchbar für Frachtvorschau, Ladungssicherung und Planung. Das Packstück in der Packungsübersicht existiert tatsächlich, seine Gewichte beschreiben den Istzustand.

Woher das Inhaltsgewicht kommt

Das Inhaltsgewicht wird aus der Menge und den Stammdaten des enthaltenen Artikels ermittelt. Das System prüft dazu vier Möglichkeiten in dieser Reihenfolge und nimmt die erste, die greift:

  1. Die Mengeneinheit ist selbst eine Gewichtseinheit. Wird der Artikel in Kilogramm oder Tonnen geführt, ist die Menge bereits das Gewicht. Am Artikel muss dafür nichts gepflegt sein. Das ist der häufigste Fall bei Schüttgut, Rollenware und Flüssigkeiten.
  2. Für den Artikel ist eine Einheitenumrechnung in eine Gewichtseinheit gepflegt. Damit wird umgerechnet — typisch bei Meter- und Profilware, für die ein Metergewicht bekannt ist.
  3. Am Artikel ist ein Nenngewicht gepflegt. Dann ergibt sich das Inhaltsgewicht aus Menge mal Nenngewicht. Der übliche Weg bei Stückgut.
  4. Keine der drei greift. Dann ist das Gewicht nicht ermittelbar und bleibt leer.

Wichtig: Das Nenngewicht am Artikel ist das Gewicht einer Basiseinheit. Bei einem Artikel in Stück ist es das Stückgewicht, bei einem Artikel in laufenden Metern das Gewicht eines laufenden Meters. Bei Flächenware ergibt es sich aus Flächengewicht mal Breite — 20 g/m² bei 1,24 m Breite sind 24,8 g je laufendem Meter, also ein Nenngewicht von 0,0248 kg.

Stufe 2 und Stufe 3 lassen sich beide pflegen, greifen aber nicht gleichzeitig: Existiert eine Einheitenumrechnung auf eine Gewichtseinheit, wird über sie gerechnet und das Nenngewicht bleibt unberücksichtigt. Es genügt also, einen der beiden Wege zu pflegen.

Was ein leeres Gewicht bedeutet

Ein leeres Inhalts- oder Gesamtgewicht heißt nicht ermittelbar — am Artikel fehlt jede Gewichtsquelle. Es heißt nicht „wiegt nichts".

Das System zeigt in diesem Fall bewusst kein Gewicht an und druckt auch keine 0 auf ein Etikett. Eine 0 wäre auf einem Frachtpapier oder einer Zollanmeldung eine falsche Angabe, ein leeres Feld ist eine ehrliche. Wer die Lücke schließen will, pflegt am Artikel eine der drei Gewichtsquellen.

Eine echte 0 kommt dagegen vor und ist dann korrekt: Ein leergeräumtes Packstück hat ein Inhaltsgewicht von 0, weil kein Inhalt mehr vorhanden ist. Und ein Packstück ohne Verpackungseinheit hat ein Eigengewicht von 0 — es ist lose Ware, die Angabe ist zutreffend und keine Lücke.

Wann neu gerechnet wird

An der Verpackungseinheit werden die Gewichte bei jeder Änderung an Packmittel, Menge, Mengeneinheit, Inhaltsartikel oder den Komponenten neu ermittelt. Sobald zu einer Verpackungseinheit Packstücke existieren, ist ihre Zusammensetzung gesperrt und damit auch das Gewicht unveränderlich — das schützt die bereits erzeugten Packstücke.

Am Packstück folgt das Inhaltsgewicht dem Lagerbestand, nicht der ursprünglich verpackten Menge. Nach einer Teilentnahme sinkt es entsprechend mit. Solange noch keine Bestandsbuchung gelaufen ist, gilt die erfasste Menge. Das Eigengewicht wird beim Zuordnen, Wechseln und Entfernen der Verpackungseinheit nachgezogen; ohne Verpackungseinheit fällt es auf 0.

Wichtig: Wird am Artikelstamm nachträglich ein Nenngewicht oder eine Einheitenumrechnung ergänzt, rechnet das System bereits bestehende Verpackungseinheiten und Packstücke dieses Artikels nicht automatisch nach. Eine solche Änderung würde sonst eine Neuberechnung über den gesamten Bestand des Artikels auslösen. Die Pflege wirkt auf alles, was danach entsteht; ein bestehender Datensatz übernimmt sie, sobald er aus einem anderen Grund gespeichert wird.

Auf dem Etikett

Die Etikettendaten des Packstücketiketts enthalten alle drei Gewichte. Ob sie gedruckt werden, entscheidet die Etikettenvorlage — die Felder müssen dort platziert sein. Auf dem Etikett darf die Beschriftung frachtsprachlich sein, also „Tara", „Netto" und „Brutto" statt der im System verwendeten Bezeichnungen.

Bestehende Daten

Mit der Einführung der Gewichtsführung werden alle vorhandenen Verpackungseinheiten und Packstücke einmalig nachgerechnet. Datensätze, für die keine Gewichtsquelle gepflegt ist, bleiben dabei leer — so ist erkennbar, wo Stammdaten fehlen.

Ein Eigengewicht von 0 an einer Verpackungseinheit deutet darauf hin, dass am Packmittel-Artikel kein Nenngewicht gepflegt ist. Packmittel sind meist nur eine Handvoll Artikel, ihre Pflege lohnt sich: Ohne sie ist das Gesamtgewicht gleich dem Inhaltsgewicht und damit kein echtes Bruttogewicht.